Santanyí

Text: Cosme Aguiló 2011  /   Photo: © by Javier Viguera 2011  /  © Santanyímagazine

Die Haupt- bzw. Kreisstadt des Gemeindebezirks Migjorn ist im strikten Sinne Santanyí. Das Labyrinth der Gassen verrät uns lauthals, dass die von König Jaume II 1300 erlassene Stadtverordnung eher auf dem Schema eines moslimischen Landguts beruht. Die Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert verwandelte den Ort in ein von einer Mauer umschlossenes Dorf, mit sich schliessenden Stadttoren. Ein eloquentes Zeugnis dieser Zeit ist das Stadttor Porta Murada. Der Ort hat seine uralte Ruhe verloren, die zu Zeiten von Santiago Rusiñol die gesamte Insel prägte, aber er hat den verführerischen Reiz des Steines und des guten Geschmacks in der Bauweise bewahrt. Unter den Schichten der Globablisierung, die das Umfeld beherrschen, liegen Bekundungen der ursprünglichen Kultur, die unterschwellig Resistenz gegen ihre Verwandlung in Ausstellungsstücke für Museen bieten.  /  + INFO →

s'Alqueria Blanca

Text: Cosme Aguiló 2011  /   Photo: © by Javier Viguera 2011  /  © Santanyímagazine

Der Ursprung des Dorfes s'Alqueria Blanca liegt weit zurück und beruht - wie schon der Name verrät - auf dem alten Erbe der Muselmanen, die die Insel bewohnten. Ihm kommt die Würde zu, die erste dokumentierte Windmühle zu besitzen, die in verschiedenen Schriftquellen Mallorcas Erwähnung findet. Die Ländereien, die das Dorf beherbergen, gehörten zum Besitz von Sibília, der Tochter des Grafen Nunó Sanç. Die Grube Clot d'en Peris, die sich auf dem Landgebiet von es Pujol befindet, verdankt ihren Namen Sibílias Gemahlen Gil Peris aus Zaragoza. Zu Zeiten der Araber gab es eine Moschee, deren Standort heute jedoch unbekannt ist. Es wäre jedoch nicht verwunderlich, wenn sie auf dem Boden des heutigen Tempel gestanden hätte. S'Alqueria Blanca ist ein offenes Dorf für die weiten Horizonte des Meeres und die Freude in einer leicht hügeligen Landschaft.  /  + INFO →

Calonge

Text: Cosme Aguiló 2011  /   Photo: © by Javier Viguera 2011  /  © Santanyímagazine

Calonge, das Land der Zisternen und Sonnenuhren, enstand in der Nähe des ehmaligen Grundbesitzes gleichen Namens wie das in Ampurien (Katalonien) liegende Dorf, mit einem anmutigen Turm, der seinerzeit über Schießscharten verfügte. Das infolge von Erbschaftsaufteilungen und weiteren Unterteilungen kleinbäuerlicher Art vielfach zerstückelte Land, das sich von den hinteren Reliefformen der Landschaftzone des Llevants bis hin zum Meer erstreckt, bildet einen Raum, der sich nur schwer gegen die landschaftfressende Ausdehnung von Cala d'Or behauptet. Die Einwohnerschaft hat sich an zwei Kultstätten geheftet (die antike und die moderne) sowie an ein paar Windmühlen, die wie fast alle anderen auf der Insel, ihre Kappe, Flügelwelle und Windrose verloren haben.  /  + INFO →

Cala d'Or

Text: Cosme Aguiló 2011  /   Photo: © by Javier Viguera 2011  /  © Santanyímagazine

Die heute ins Uferlose gewachsene Urbanisation Cala d'Or entstand infolge eines Projekts des aus Ibiza stammenden Josep Costa, alies Picarol, der den Schönheitssinn für würfelförmige, weiß getünchte Häuser von der Nachbarinsel zu uns brachte, wie auch den Namen der zauberhaften Cala d'Hort, eine Bucht im Schatten des gewaltigen aus dem Meer ragenden Felsens es Vedrà, der von Mythen umgeben den Kamm der Wellen bis hoch zu den Wolken auftürmt. Aufgrund des formalen Gleichklangs verwandelte sich der Name der Bucht (Hort = Gemüsegarten) im Munde der Mallorquiner, denen dieser vollkommen unbekannt war, von einem Gemüsegarten in ein Edelmetall (Or = Gold).  /  + INFO →

Portopetro

Text: Cosme Aguiló 2011  /   Photo: © by Javier Viguera 2011  /  © Santanyímagazine

Portopetro hat seinen Namen aus einer Zeit, bevor die katalanische Sprache die Insel erreichte. Seit ewigen Zeiten ist es ein ausgezeichneter Zufluchtsort, der jeglicher Art von Schiffen Schutz gewährt. Portopetro ist ein vom Mittelmeer gefesseltes Stückchen, es ist das umschlosssene Meer, versehen mit einer Pforte - die früher sogar eine Schranke mit Vorhängeschloss besaß - sowie einem Bauwerk, von dem aus die Einfahrt überwacht wurde. Das Bauwerk steht noch heute, obgleich eher reformiert als restauriert: ein robuster Turm, der in antiken Schriftstücken oft den hochtrabenden Namen Schloss erhält. Von hier und den benachbarten Buchten liefen im Mittelalter die mit dem Stein von Santanyí beladenen Schiffe zu weit entfernten, die Grenzen der katalanischen Seefahrt überschreitenden Häfen aus.  /  + INFO →

Parque Natural de Mondragó

Text: Cosme Aguiló 2011  /   Photo: © by Javier Viguera 2011  /  © Santanyímagazine

Der Naturpark Mondragó befindet sich in einem der vogelreichsten Gebiete von Mallorca. Er bietet eine Vielfalt von verschiedenartigen Landschaften wie geschlängelte Wildbäche, die an wunderschönen Stränden und Steineichenwäldern ins Meer münden, wo zahlreiche Orchideen anzufinden sind. 1992 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt und seit 1995 gilt es nach der Richtlinie der Europäischen Kommission als besondere Vogelschutzzone (ZEPA). Nicht grundlos wurden in dem Park über siebzig Vogelarten katalogisiert, in der Mehrheit Zugvögel und solche, die in feuchten Zonen heimisch sind. Seine Landschaften sind äußerst vielgestaltig. Der Küstenstrich weist etliche durch wellenförmige Wildbäche geöffnete Runsen auf, welche inmitten der wunderschönen Strände mit kleinen Dünen münden. Außerdem gibt es Steilküsten und Feuchtgebiete mit reichlicher Binsen- und Schilfrohrvegetation, sowie die Buchten s'Amarador und ses Fonts de n'Alis.   /  + INFO →

Es Cap des Moro

Text: Cosme Aguiló 2011  /   Photo: © by Javier Viguera 2011  /  © Santanyímagazine

Ist nicht nur der Name eines Landvorsprungs der Küstenlinie, sondern erstreckt sich auf die gesamte Umgebung, von nächster Nähe des Naturschutzgebietes Mondragó bis hin zu s'Estret des Temps, wo in den 70er Jahren eine Fülle von Wohnhäusern erbaut wurden.  /  + INFO →

Cala Figuera

Text: Cosme Aguiló 2011  /   Photo: © by Javier Viguera 2011  /  © Santanyímagazine

Die Schönheit des Dorfes Cala Figuera, welches sich wie ein Ypsilon des griechischen Alphabets gabelt, ist unbestreitbar. Es ist das Meer, das in das Land eindringt und dessen Geruch man mit einem zweigespaltenen Riechorgan einatmet. Es ist eines der Tore für die Produkte, die uns das Meer schenkt. Ein Ort alter Stapelplätze, von denen einige in Höhlenform in den Felsstein eingelassen sind und die den santanyiner Ausdruck temps de port i cova (Hafen- und Höhlenwetter) geprägt haben, um die enormen atmosphärischen Unterschiede zu beschreiben. Magnetische Bucht in extremis, gesegnet mit tausend Liebreizen, um die Genis der Palette und der Farben zu fesseln.  /  + INFO →

Cala Santanyí

Text: Cosme Aguiló 2011  /   Photo: © by Javier Viguera 2011  /  © Santanyímagazine

Cala Santanyí, einst nur Sand und Pinien und ein wenig geschunden, weist noch heute Reste seiner bezaubernden Ursprünglichkeit auf. Der Teich und die Disteln sind verschwunden und mit ihnen die wilde Atmosphäre, die die Bucht umgab und die zwischen Ulmen und Schöpfrädern weit über die Maulbeerbäume von l'Hort d'en Ferrando ins Landesinnere drang, bis hin zum Wildbach Torrent d'en Romeguera, geschwärzt von dem einem oder anderen Köhlereimeiler. Die dunkle Öffnung der Cova des Drac bewahrt heute eine kleine Reserve der von den Mühlen der Zeit verschlungenen Geheimnisse.  /  + INFO →

Cala Llombards

Text: Cosme Aguiló 2011  /   Photo: © by Javier Viguera 2011  /  © Santanyímagazine

Die weitläufige und gepflegte Sandfläche von Cala Llombards machen diese zu einer der schönsten Buchten von Mallorca. Zudem befindet sich hier das mystische Felseneiland Es Pontás, das sich aus dem Blau des Meeres wie eine ziellos erbaute Brücke erhebt. Aus der Ferne erscheint es wie ein Tor, das Zugang zum Strand von Cala Llombards gewährt. Feiner weißer Sand lässt den etwa 45 Meter langen Strand entstehen.  /  + INFO →

Es Llombards

Text: Cosme Aguiló 2011  /   Photo: © by Javier Viguera 2011  /  © Santanyímagazine

Gehört zu den vier historischen Dörfern des Gemeindebezirks von Santanyí. Das Dorf befindet sich auf ursprünglich von den Muselmanen landwirtschaftlich genutzten Ländereien. Dokumente aus der Feudalzeit des 13. Jahrhunderts übertragen den verfremdeten arabischen Namen Mandalmar, abgeleitet aus dem Wort Almatmar, welches Silos bedeutete. Die Bevölkerung war rund um eine kleine, heute niedergerissene Kirche aus dem 18. Jahrhundert angesiedelt, sowie in der nahen Umgebung mehrerer Verteidigungstürme, von denen der Turm von So n'Amer die Zeiten überstanden hat.  /  + INFO →